Ring um Zwergplaneten entdeckt

Künstlerische Darstellung von Haumea und seinem Ringsystem, wobei der Hauptkörper und der Ring maßstabsgetreu dargestellt sind. Der Ring befindet sich in einer Entfernung von 2287 km zum Zentrum des ellipsoiden Hauptkörpers und ist dunkler als die Oberfläche von Haumea. Er wurde am 21. Januar 2017 durch mehrere Teleskopbeobachtungen in Europa während einer Sternbedeckung entdeckt. IAA-CSIC/UHU

Unter der Mitwirkung von zehn Observatorien in sechs europäischen Ländern gelang es Astronomen kürzlich, eine Sternbedeckung durch den Zwergplaneten Haumea zu beobachten, bei der sie überraschenderweise auch einen schmalen und dichten Ring entdeckten, der den Zwergplaneten umgibt. Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und mehr als 50 weiteren Institutionen die Größe, Form und Dichte von Haumea näher bestimmen. Die neuen Werte stimmen besser mit den theoretischen Vorhersagen überein, trotzdem bleibt die Entstehung dieses interessanten Ringsystems mit Monden rätselhaft.

In unserem Sonnensystem wimmelt es außerhalb der Neptunbahn geradezu von interessanten Objekten, den sogenannten TNOs (trans-neptunischen Objekten). Die vier größten TNOs sind als Zwergplaneten klassifiziert, mit Pluto als bekanntestem Mitglied. Der Zwergplanet Haumea ist kleiner, hat aber eine sehr langgestreckte Form, rotiert sehr schnell, ist mit kristallinem Wassereis bedeckt und hat zwei Monde. Allerdings waren viele seiner physikalischen, chemischen und thermischen Eigenschaften bislang nicht gut bekannt.

„Seit seiner Entdeckung vor mehr als zehn Jahren wussten wir, dass Haumea ein exotisches Objekt ist, aber wir wussten nur schlecht über seine Eigenschaften Bescheid trotz Beobachtungen mit den leistungsstärksten Teleskopen“, erklärt Thomas Müller vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE), der eines der Projektteams für diese Studie leitete. „Es ist fantastisch zu sehen, dass eine koordinierte Kampagne von Beobachtern mit kleinen bis mittelgroßen Teleskopen nun einen derart spektakulären Beitrag zu unserem Verständnis von Haumea und der Welt der eisigen Zwergplaneten hinter Neptun erbracht hat.“

Die Astronomen nutzten die seltene Gelegenheit einer Sternbedeckung, um eine Fülle von Beobachtungsdaten zu sammeln. Solche Sternbedeckungen sind einer Sonnenfinsternis sehr ähnlich, doch anstatt des Mondes vor der Sonne läuft in diesem Fall ein kleiner Körper unseres Sonnensystems vor einem beliebigen Hintergrundstern vorbei. Aus der Messung des projizierten Schattens auf der Erde kann direkt die Größe des Objekts und seine (projizierte) Form errechnet werden.....

Die komplette Pressemeldung finden Sie unter:
http://www.mpe.mpg.de/6762822/news20171012